Faszientherapie2019-04-15T12:43:36+02:00

Faszientherapie: für mehr Beweglichkeit und Bewegungssicherheit

Die Faszien umhüllen und durchdringen jeden Knochen, jeden Muskel, jede Sehne und jedes unserer inneren Organe. Deutlich sichtbar sind sie an den Muskeln, die sie als zarte, elastische und trotzdem sehr stabile weiße Hülle umschließen.

Fazien geben dem Körper eine innere Struktur, grenzen Muskeln und Organe voneinander ab und halten so alles am richtigen Ort. Gleichzeitig sorgen sie für unsere Beweglichkeit und erlauben sogar eine sanfte Verschiebung von Haut und Organen.

Faszien tragen verschiedene Rezeptoren in sich. Zum einen sind diese für unseren Stellungssinn, die Propriozeption, notwendig. Diese Rezeptoren teilen uns mit, in welcher Position sich ein Gelenk befindet, ohne dass wir es dazu betrachten müssen. Zum anderen beinhalten die Faszien Schmerzrezeptoren. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Faszien einer ständigen Veränderung unterworfen sind, die auch durch Nervenreizungen beeinflusst wird.

Kommt es zu Störungen (Distorsionen) in diesem wichtigen Gewebe, sind vielfältige Beeinträchtigungen die Folge: Verklebte Faszien verhindern die wichtigen Gleit- und Verschiebevorgänge in unserem Körper. Flüssige Bewegungen werden so behindert.  Schmerzen und Bewegungsunsicherheit sind die Folge.

Erhöhte Faszienspannung sollte diagnostiziert und behandelt werden.

Verschiedene äußere Einflüsse können zu einer höheren Faszienspannung führen. So erhöht Stress offenbar die Faszienspannung. Sogar Haltungsveränderungen sind durch diese Mechanismen möglich. Die Schmerzrezeptoren werden durch die Verklebungen oft massiv gereizt. Durch Ausgleichbewegungen und veränderte Haltung werden andere Körperstrukturen vermehrt und unnatürlich belastet. Schmerzen und im Endeffekt neue Verklebungen sind das Resultat.

Oft sind „Muskelverspannungen“ in Wahrheit Störungen der Faszienfunktion. Diese haben z. T. auch erhebliche Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Stimmung der Betroffenen haben.

Indikationen für eine Faszientherapie:

  • Faszienfunktionsstörungen/-distorsionen (Verklebung, Verdrehung, Verzerrung von Gewebe)
  • Orthopädische Krankheitsbilder wie Bandscheibenvorfälle – mit oder ohne Lähmungen oder Gefühlsstörungen – als Ergänzung zu schulmedizinischen Therapie
  • Bewegungs- und Belastungsstörungen nach der Implantation von Endoprothesen („künstlichen Gelenken“)

Ergänzend zu den Therapiemaßnahmen im Rahmen des Typaldos-Modells kann auch eine Stoßwellenbehandlung als einzige oder ergänzende Maßnahme sinnvoll sein. Durch die Anwendung von Neuraltherapie oder Akupunktur kann man den Behandlungserfolg oftmals beschleunigen oder verbessern.

Ziel der Behandlung ist es, eine für den Patienten normale Belastbarkeit und Beweglichkeit zu erreichen. Eine verbesserte Bewegungssicherheit und Koordination reduzieren die Wahrscheinlichkeit für zukünftige Verletzungen und Überlastungen. Die Beseitigung der zum Teil schon seit langem bestehenden Schmerzen verbessert insgesamt das Wohlbefinden. Dies wirkt sich positive auf Stimmung und Lebensgefühl aus.

Die Faszienbehandlung erfordert keinerlei Ruhigstellung oder Schonung des Körpers. Ganz im Gegenteil: Bewegungsübungen können den Behandlungserfolg verbessern. Ein einmal erreichter Erfolg ist bei anschließender ausgewogener Bewegung und Belastung oft von nachhaltiger Dauer.