Hyaluronsäure2019-02-07T15:32:59+00:00

Hyaluronsäure: für Knorpel und Gelenke

Die Gelenke unseres Körpers funktionieren nur mit einem intakten Knorpelüberzug. Dieser umgibt die Gelenkflächen. Verschleißt der Gelenkflächenknorpel (hyaliner Knorpel), lässt die Leistungsfähigkeit des Gelenks nach: und das Gelenk schmerzt. Den Verschleiß des Gelenkflächenknorpels bezeichnet man als Arthrose. Arthrosen entstehen in erster Linie durch altersbedingte Abnutzungserscheinungen und/oder als Folge von Verletzungen.

Hyaluronsäure als Stoßdämpfer und Schmiermittel der Gelenke

Die zähflüssige Hyaluronsäure ist der Hauptbestandteil der natürlichen Gelenkflüssigkeit und vor allem der Knorpelgrundsubstanz. Die visköse hyaluronreiche Gelenkflüssigkeit verringert die Reibung zwischen den Gelenkflächen und bildet einen gut funktionierenden biologischen Puffer. Bei einer Arthrose eines Gelenkes fehlt der Gelenkschmiere und dem Gelenkflächenknorpel Hyaluronsäure. Dadurch gehen wichtige positive Eigenschaften wie Stoßdämpfung und Schmierung des Gelenkes verloren.

Spritzt man nun biotechnologisch hergestellte Hyaluronsäure in die Gelenkhöhle, kann sich die Gleitfähigkeit geschädigter Gelenke verbessern. Zudem kann die Hyaluronsäure in den Knorpelbelag aufgenommen werden. Letztendlich soll die Hyaluronsäure so einerseits das Fortschreiten der Arthrose aufhalten oder zumindest jedoch verlangsamen und andererseits die Beschwerden beseitigen oder zumindest lindern.

Diagnose, Anwendung und therapeutischer Effekt

Für den Erfolg einer solchen Therapie muss zunächst das Ausmaß der Beschwerden, die funktionelle Beeinträchtigung und vor allem auch das Stadium der Arthrose berücksichtigt werden. Erfahrungsgemäß sind die Behandlungsergebnisse bei beginnenden bis mittelschweren Arthrosen am besten.

Die Hyaluronsäure sollte insgesamt 3–5mal in mindestens wöchentlichen Abständen in das geschädigte Gelenk injiziert werden. Durch die Injektion von Hyaluron direkt in das Gelenk wird der Wirkort schnell, präzise und in hoher Konzentration erreicht. Der therapeutische Effekt einer solchen Behandlung hält erfahrungsgemäß etwa 12 Monate an. Wiederholte Behandlungszyklen sind bei Bedarf möglich bzw. sinnvoll. Sollte jedoch ein Erguss im Gelenk vorliegen, d. h. vermehrt Flüssigkeit im Gelenk vorhanden sein, sollte das Gelenk zunächst durch entzündungshemmende Medikamente (z. B. Diclofenac oder Ibuprofen) behandelt werden. Auf diese Weise werden bestmögliche Voraussetzungen für eine Therapie mit Hyaluron geschaffen.

Die Hyaluronsäure entfaltet ihre Wirkung am besten, wenn sie in entzündungsfreien Intervallen des Gelenkes als Injektionsserie direkt in das Gelenk gespritzt wird. Das Gelenk sollte vor Therapiebeginn reizarm bis reizfrei und somit weitgehend „trocken“ sein. Unter diesen Voraussetzungen kann es zur Anreicherung der Hyaluronsäure in der Gelenksflüssigkeit und das Einlagern in den Gelenkflächenknorpel kommen. Bildhaft kann es mit dem Polieren eines Autos vergleichen:  Das Auto sollte trocken und sauber aus der Waschstraße kommen, dann ist das Auftragen des Wachses sinnvoll und effektiv.